Gedankenreise nach „Nirwana“

(Nirwana (im Buddhismus) Endziel des Lebens als Zustand völliger Ruhe)

 

Immer was schaffen wollen, ein innerer Druck, spürbar im Nacken und Kopf.

So sitzt sie da und würde gerne etwas „Großartiges“ schreiben.

Ja, eine Geschichte, die alle vom Hocker haut!

Es muss doch etwas da sein, in  meinem verdammten Hirn – das wäre doch schon einmal ein guter Beginn, von einer Geschichte die ins…. „Nirwana“ führt?

Was ist los in meinem Kopf, dachte Sie und starrte wie gebannt auf ihren Computerbildschirm.

Müdigkeit, Leere, graue Gedanken und am liebsten wieder ins Bett kriechen – Decke über den Kopf und träumen von ganz großen Geschichten.

Solche die das Leben schreibt und zwar nur einmal!

Der Bildschirm grinst sie höhnisch an und schreit ihr entgegen „du kannst es nicht“!

Du blödes Gerät aus lauter Nullen und Einsen willst mir sagen, dass ich nichts zustande bringen werde!?

Sie blickten sich an, jeder blass auf seine Weise.

Der Kasten einfach mit einer weißen Seite und sie mit einem vor Resignation blassem Gesicht.

Sie dachte „Kaffee“ – ja, ich brauche sofort einen Kaffee. Vielleicht weckt das irgendwelche kreativen Ideen in einer meiner hinterletzten Hirnwindungen.

Einen Moment blieb sie noch sitzen und lauschte der Musik aus ihrer Anlage – R.E.M.

Wo kamen die denn gerade her? Aus der Versenkung, aus dem Nirwana ihres vergessenen Lebens, ihrer Träume und ihrer Aufbruchsstimmung – aus welchem Jahrhundert noch?

1982?

Kaffee, sie ging in die Küche.

Der leere Bildschirm schien zu grinsen.

 

Als sie zurückkam, erfüllte sich der Raum mit Klängen einer beruhigenden Musik.

Der CD Sampler war auf „zufällig“ gestellt und hatte nun eine ihrer berühmten „Om“  CD s ausgewählt.

Tee – es gab eine Tasse Tee. Besser für den Magen und die Nerven.

„Mutter Vernunft“ hatte wieder „How“ gesprochen.

Om und Tee…das war also die Realität – herzlichen Glückwunsch.

Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie dachte „du kleines, mieses, hinterhältiges Ding.

Wen auch immer sie damit meinte.

Den Computer? Das innere Ich oder sprach sie jetzt schon mit einer höheren Instanz!?

An irgendeinen Zauber musste sie ja glauben, wenn hier noch einmal ein Buchstabe auf dem virtuellen Papier erscheinen sollte.

Brian Ferry sang eindringlich „True“!

Mein Gott, was ist hier eigentlich die Wahrheit!?

Die Wahrheit ist, da sitzt eine Frau die sich an die achtziger Jahre erinnert und ihre Lieblingssongs anhört.

Sie möchte so gerne das alte Gefühl einfangen, die unbändige Lebensfreude bei den ersten Klängen von all den alten Freunden der Leichtigkeit.

Unbekümmert, ob ich Kaffee trinken sollte oder Tee – damals war es dann eher ein Blue Curacao.

Wenn sie mit ihrem postgelben, alten Golf durch die Gegend fuhr, einfach mal rumfahren, egal wie hoch der Spritpreis war – sie tankte ja eh nur für 20 Mark.

Wenn Sie dann irgendwo im Nirwana angekommen war, blickte sie sich neugierig um.

Alles war spannend und irgendwie cool. Man traf die wildesten Leute und es war immer etwas los. Den ganzen Abend wurde gequatscht oder über das Leben sinniert. Wir brauchten keine Handy s um uns zu finden.

Eines war ja mal ganz klar – so wie die „Oldies“ wollten wir auf keinen Fall werden!

Wonach diese auch immer suchten und dabei immer mürrischer wurden.

Ihnen war wichtig, „was die Nachbarn wohl dazu sagen“ – wie du wieder aussiehst und wann weißt du endlich, was aus dir werden soll!?

Im Morgengrauen fuhr sie dann nach Hause und als die Sonne aufging, dudelte ihr alter Kassettenrecorder im Auto „Africa“ von Toto und sie dachte, ja, das Leben ist eins der Schönsten!

Was interessiert mich mein Aussehen, mein altes Auto und was heißt hier eigentlich „was soll bloß aus mir werden“!?

Ich bin!

Das waren die zwei Schlüsselwörter – sie blickte in ihr Spiegelbild in dem mittlerweile schwarz gewordenen Bildschirm ihres Computers.

Ein letzter Schluck Tee, „Simple Minds“ singen eindringlich „Alive and kicking“

Lebendig und strampelnd
Bleib, bis deine Liebe
lebendig ist und strampelt.
Bleib, bis deine Liebe
bis deine Liebe lebendig ist.

Thema:

Bleibt Euch treu, egal wohin Euer „Gedanken-Nirwana“ mit Euch reist.

 

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Müll im Kopf

 

Was mich so wütend macht, fragst Du? Ich denke einen Moment nach und sage, dieses achtlose Miteinander – ja, das macht mich wirklich wütend.

Aber was ist passiert?

Wenn ich das doch so gut benennen könnte wie es sich gerade anfühlt.

Ich sehe noch den Mann um die Ecke gehen, er raucht, im Vorbeigehen bläst er mir den Rauch direkt ins Gesicht und schmeißt mir seine Kippe vor die Füße.

Ich murmle mir selbst zu „Idiot“.

Er bemerkt es nicht einmal.

Ich gehe meines Weges weiter und bekomme Lust auf einen Kaffee.

Da drüben an der Ecke gab’s doch immer dieses kleine Café, ich gehe etwas schneller in wohliger Vorfreude.

Wie angewurzelt bleibe ich stehen – das darf doch nicht wahr sein!

Das Café gibt es nicht mehr – stattdessen erwartet mich eine „Back-Factory“ mit billigen Stehtischen.

Alles wird in Plastik eingeschweißt und man kann sich sein gewähltes Gebäck, aus einer Box mit Plastikklappe davor, entnehmen. Eine schmierige Gebäckzange baumelt an einer unappetitlich aussehenden Kordel davor.

Kaffee gibt es im Pappbecher.

Beim Anblick der überfüllten Mülleimer vor dem vermeintlichen  Café, vergeht mir die Lust auf Kaffee.

Im Vorbeigehen sehe ich den Mann mit der Zigarette an einem der Stehtische. Nun zieht mich schon gar nichts mehr dort hinein.

Ich schlendere weiter und hänge meinen Gedanken nach.

Da rempelt mich jemand unsanft an, „Eye pass doch auf“ – sorry…

Habe ich mich da gerade entschuldigt!?

Ich drehe mich um und will noch sagen „wieso ich“?

Da sehe ich nur ein paar fliegende Turnschuhe auf einem Skateboard und eine Dose Energiedrink rollt mir vor die Füße.

„Monster“, lese ich in giftgrünen, verzehrten Buchstaben darauf.

Monster, ja, habt ihr schon einmal genauer die Zutatenliste gelesen, was da alles drin ist!?

Das sind echte Monster für meinen Magen-Darmtrakt.

Ich verspüre noch weniger Lust das trinken zu wollen und schon gar keine, die blöde Dose auch noch aufzusammeln.

Ich tue es trotzdem und werfe sie in einen Mülleimer. Wenigstens freut sich dann noch ein Pfandsammler darüber.

Und das sind keine Penner, nein, immer mehr Rentner

 fahren mit ihren Rädern durch die Stadt und schauen wie zufällig einmal in den nächsten Mülleimer.

Ich sehe es und ich schäme mich.

Ja, ein Gefühl von Scham und Traurigkeit.

Diese „Alten“ haben unsere Welt verteidigt und harte Arbeit geleistet.

Und was sehen sie heute?

Gleichgültigkeit, Lieblosigkeit, Dreck, Lebensmittelberge die uns krank machen.

Alles im Überfluss, alles Zuviel, weg damit.

Mir ist schlecht und ich spüre den Zigarettenrauch von vorhin in meiner Nase.

Nächstes Mal, ja dann, dann spreche ich ihn an.

Den Mann mit der Zigarette und den alten Herren mit seiner Tasche im Fahrradkorb.

Damit die Wut in meinem Bauch weichen kann.

Einem Gefühl, vielleicht kennt ihr es auch.

Ich glaube, man nennt es Mitgefühl, Empathie, Liebe?

 

Kurzgeschichte zum Thema: Soziales Miteinander, Achtlosigkeit, Klimakatastrophe – Sabine Kück

 

 

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Wer wir sind

 

Kann ich Du sein für einen Moment?

Damit es nicht so weh tut, nicht so brennt.

Die Kälte lauert hinter jeder Ecke, egal, wo ich mich verstecke.

Wollte voller Liebe sein, dein kleiner Held.

Nun rüttelst Du sie auf, meine Welt.

Verdreht schaue ich herüber, weiß nicht mehr wer ich bin.

Wo wollte ich denn mit warmen Herzen hin?

Und fragst Du mich ob ich Du oder ich bin – oder wo willst du hin?